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I. Basisseminare
Lebens- und Trauerumwandlung LTUM® Typ A
für alle von alter, aktueller und zukünftiger Trauer betroffene Männer und Frauen jeden Alters, sowie für Fachpersonen aus therapeutischen, pflegerischen, sozialen Berufsfeldern
Die Situation
Im Laufe unseres Lebens müssen wir immer wieder loslassen, Abschiede durchleben und Trennungen verkraften. Gründe zum Trauern gibt es viele: nicht nur wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, sondern auch beim Verlust von Heimat, Illusionen, Arbeitsplatz und Materiellem. Schwierig wird es, wenn alte Trauer über verpasstes, nicht gelebtes Leben oder nicht mehr lebbares Leben hervor bricht.
In bedrohliche Trauerkrisen geraten wir, wenn chronische und unheilbare Krankheiten uns mit dem Verlust von körperlicher Unversehrtheit, Vitalität und Gesundheit konfrontieren. Im Fühlen, Denken und Handeln bricht ein Chaos aus, welches uns befremdet. Daraus entstehen Gefühle von Hilflosigkeit, Sinnlosigkeit und Ohnmacht. Die daraus resultierende Angst lähmt unsere natürlichen Trauerreaktionen und somit auch unser Alltagsleben. Strategien zur Trauervermeidung sind: Alkohol, Zigaretten und Medikamente, sowie «Drogen» aller Art. Der Weg des Verdrängens deformiert die gesunde Trauerreaktion in Depression, in chronische Melancholie, in leib-seelische Beschwerden und in lebenshindernde Haltungen.
Die berechtigte Trauer, die durchgangen und durchlebt werden möchte, kommt nicht zu ihrem natürlichen Recht. Es fehlen dafür Vorbilder, geschützte und geeignete Räume, genügend Zeit, erlaubtes Trauerverhalten, geeignete Bedingungen für die Begegnung mit der Trauer. Der Umgang mit der Trauer ist ungewohnt, ungeübt und wirkt befremdlich. Emotionale Versteinerung, Erkaltung, Gefühlsleere, Trauerüberflutung und Resignation sind die Konsequenzen.
Seminarziele
Das LTUM® Lebens- und Trauer-UmwandlungsModell wurde aus der MyroAgogik® entwickelt. Das Modell beruht auf klarem anthropologischen Hintergrund und integriert neueste Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie und Persönlichkeitstheorie. Ziel dieses Ansatzes ist es, lebenshindernde Trauer in lebensfördernde Trauer umzuwandeln. Der Weg der Trauerumwandlung wird durch das Konzept der «Human-Begleitung» unterstützt, welches klar von bekannten Therapieansätzen abgegrenzt ist.
Es führt trauernde Menschen zur Selbstständigkeit und Selbstverantwortung. Die Angst wird verringert, wirkliches Loslassen wird ermöglicht, neue Lebenskraft wird dadurch freigesetzt, lebendige Lebensgestaltung wird wieder möglich. Eine neue Einstellung zur eigenen und fremden Trauer ermöglicht eine sichere, offene Begegnung mit diesem unausweichlichen Lebensgefühl Trauer. Trauerfähigkeit ermöglicht überhaupt erst Lebensentwicklung.
Inhalt und Methoden
Das Seminar bietet den geschützten Rahmen und die notwendigen Bedingungen für einen gesunden Trauerdurchgang über die Berge von angesammelter und aufgestapelter Trauer. Die sorgfältige Begleitung durch die Seminarleitung ermöglicht einen in mehreren Phasen ablaufenden Prozess, der auf einer speziell dafür entworfenen Dramaturgie basiert. Dies ermöglicht den TeilnehmerInnen, oft zum ersten Mal, neue, lebendige, positive Erfahrungen mit der eigenen, gesunden Trauer zu machen.
Körperübungen, Meditationen, kreative Gestaltungen, Rituale als klar strukturierte, sichere Abläufe, symbolische Handlungen bringen die natürliche Trauer zum Fliessen. Rollenspiele, Erzählungen, Mythen, Musik und Tänze aktivieren die Sinne und rütteln die Lebensenergie wach.
Die Trauer wird von der unterstützenden Solidargemeinschaft der Teilnehmenden gesehen, gehört, bestätigt, verstanden und akzeptiert. Trauerqualitäten wie Wut, Verzweiflung, Anklage, Schuldgefühle, Liebesgefühle und Unausgesprochenes finden endlich Ausdruck und Form. Trotz der Begegnung mit schmerzhaften Traueranteilen bleiben wir "heil und lebensfähig", damit auch nach dem Abschied der weitere Lebensweg auf eigenen Füssen einfühlsam gestaltet werden kann. Die Trauerumwandlung bietet Versöhnung mit dem "Losgelassenen", mit der Welt und mit sich selbst.
Zielgruppe
Alle Personen, die sich betroffen fühlen von aktueller oder weit zurückliegender oder noch bevorstehender Trauer. Für jene, die sich scheinbar grundlos traurig fühlen. Besonders eignet sich dieses Seminar für alle in pflegerischen, pädagogischen, sozialen, therapeutischen und medizinischen Berufen tätige Fachpersonen, die dadurch oft Kontakt mit Menschen in Trauerkrisen haben. Damit schützen diese sich vor "Burnout-Phänomenen", gewinnen neues Verständnis für die Trauer der Klienten/Mitmenschen und lernen das Modell kennen, welches Grundvoraussetzung für die Teilnahme an allen weiteren Angeboten (Aufbauseminare und Ausbildungen).
Leitung
Die Seminare werden von Dr. Jorgos Canacakis geleitet.